Und sie bewegt sich doch, die CSU!

Es erfreut einen schon, wenn altbekannte Vorschläge plötzlich von der Mehrheitsfraktion als völlig neue Errungenschaft dargestellt werden. Wie lange werden wir eigentlich schon mit der Nutzung der Papiermühle hingehalten? Wie oft schon schien ein Multiplex - Kino erreichbar? Leider kam es bisher nie zu einem Ergebnis, weil irgendwann immer wieder unüberbrückbare Hindernisse den Weg versperrten. Vielleicht wären die Chancen auf eine künftige Nutzung besser, wenn das Gebäude endlich im Besitz der Stadt wäre?

Über die Frage, wie denn nun das Gelände am Unteren Tor kann man geteilter Meinung sein. Wer aber stur festlegt, dass die Stadthalle am Stadtpark gebaut wird, macht weitere Überlegungen überflüssig. Nur ein gut durchdachtes Konzept, wie denn nun das gesamte Gebiet, angefangen am Unteren Tor bis hin zur alten Papiermühle und dem Fischer - Museum einschließlich des Stadtparks, bebaut und gestaltet werden, kann eine zukunftsweisende Lösung bringen. Selbstverständlich ist auch die Lösung der Verkehrsprobleme der Amberger Straße, Dammstraße, Nürnberger Straße zwingend geboten. Läuft es, warum auch immer, anders, schaffen wir uns wieder künftige "Sachzwänge", die uns irgendwann wieder einengen.

Nur so viel: Wer ohne fußläufige Anbindung des Areals am Unteren Tor an die Altstadt plant, ohne störende Straßen, ohne trennenden hinderlichen Autoverkehr, Unterführung und Brücke werden kaum angenommen, macht einen riesigen Fehler. Wer ohne breite Zustimmung aus Bevölkerung und Einzelhandel der Stadt, diese riesige Bebauung vornimmt, es wäre von Anfang an zum scheitern verurteilt.

Die Gedanken, dass ein mögliches Erlebnisbad in Neumarkt dem BERLE Konkurrenz machen könnte sind zwar ehrenwert, jedoch sollten wir uns vielmehr Gedanken darüber machen, wie es verhindert werden kann, dass dem eigenen Freibad unnötige Konkurrenz gemacht und das dort alljährlich entstehende Defizit nicht noch größer wird.

Toll, dass auch die CSU schon festgestellt hat, dass es auch im hochgelobten Bayern Lehrstellen Mangelware sind. Erstaunlich auch, dass die Mehrheitsfraktion mit einem mal feststellt, dass die Stadt hier nach Möglichkeit dagegenhalten sollte. Das könnte längst schon erledigt sein, hätte die CSU den bereits seit langem beschlossenen SPD-Antrag mit der Forderung nach Ausbildungsplätzen bei der Stadt nicht liegen gelassen, sondern ihn zügig umgesetzt.

Auch der CSU sollte doch längst bewußt sein, dass sich niemand mehr darum schert, von wem, wann, welcher Vorschlag gemacht wird. Wichtig ist nur, dass er, wenn er denn auch gut ist, umgesetzt wird. Niemand fragt mehr, wer als erstes da war: Das Ei oder die Henne. Entscheidend ist, was dabei hinten raus kommt, wie schon Altkanzler Kohl zu sagen pflegte!

Karl-Heinz Brandenburger
Richard-Fuchs-Straße 8
92318 Neumarkt
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