Große Räder, große Worte

Das waren nicht bloß große Räder, sondern auch große Worte, welche OB Karl zum neuen Jahr gesprochen hat. Der Handel und die Grundbesitzer in der Innenstadt müssen genau aufpassen, was mit dem Gelände an der Dammstraße geschieht. Ich habe den Eindruck, daß die Händler der Innenstadt ausgeblutet und die Grundeigentümer auf kaltem Wege enteignet werden sollen. Mittlerweilen ganz unverhohlen redet OB Karl wieder einem Einkaufszentrum das Wort. Den Willen der Neumarkter will er ein weiteres mal ignorieren, nachdem die Stadthalle entgegen dem Bürgerentscheid auf dem Wunder-Gelände entstehen soll. Bald 2 Jahre ist auf dem Grundstück an der Dammstraße nichts geschehen. Die Stadt war die ganze Zeit untätig, obwohl sie nicht gehindert war, auf dem Grundstück eine konkrete Planung und Bauausführung - unter Berücksichtigung des Bürgerentscheids - vorzunehmen. Hier wurde jedoch offensichtlich bewußt nichts unternommen, um nach einer Schamfrist wieder mit einem Einkaufzentrum zu kommen. Und dies, wie er mehrfach betont, ohne persönliche Interessen. Ohne konkreten Vorwurf verwundert es doch, wenn er sich gegen die eigene Einbildung zur Wehr setzt; Oder gibt es hier doch irgendwelche Interessen, welche es hier zu wahren gilt ?
Ein weiterer Punkt sind die vielen großen Räder, an denen er im kommenden Jahr drehen will und die - so der OB - trotz der absoluten CSU-Mehrheit im Stadtrat blockiert wurden. Er spricht hier vom Zauberberg an der Habersmühle, vom Fischer-museum mit seinen Rostreitern, vom Bau der Stadthalle entgegen dem Bürgerentscheid, von der Altstadtsanierung, in der es künftig statt Hausbesitzern nun Eigentumswohnungen geben soll, von der Ortsumgehung Pölling, welche ja längst begonnen sein sollte etc. Alles Projekte der großen Räder aber kein Wort von Agenda. Damit hat er wieder klargemacht, was er von einer Bürgerbeteiligung hält. Es ist abzusehen, daß der Agendaprozeß nur zur Selbstdarstellung mißbraucht wird.

Dieter Ries
Dietrichstr. 10
92318 Neumarkt i.d.OPf.