PISA und unser gutes Schulsystem.

Ich frage mich seit Jahren wer immer behauptet hat, daß das bayerische
Schulsystem so hervorragend sei. Sicher werden Sie hier als überzeugter
Bayer und Oberpfälzer hier aufhören zu lesen.....doch nicht....na dann
los.
Ich habe das belgische, das amerikanische und das nordreihn-westfälische
Schulsystem während meiner Kindheit erlebt.
Die frühere Teenager Zeit durfte ich an den Neumarkter Gymnasien und der
FOS verleben.
Ich behaupte einfach mal, dass ich somit die Gelegenheit hatte, gute
Vergleichsmöglichkeiten anzustellen.
Bayern hat , kurz und gut, das Problem, das es sich immer noch als
"bestes" Bundesland herausstellen muß. Und das ohne Rücksicht auf
Verluste.
Wo gibt es kaum Gesamtschulen? Eine in Nürnberg und sonst in allen
größeren Städten eine.
Wo fängt der Englischunterricht in der 3. Klasse an( aber erst seit die
BRD das durchsetzte? In Bayern natürlich....sicher werden Sie sagen: "
Die sollen erst mal die deutsche Sprache lernen". SUUPER. Man sollte
nicht von sich auf andere schließen, denn Kinder lernen spielerisch und
je jünger desto leichter. Jedes Kind das eine Zeit im Ausland gelebt
hatte, wird die örtliche Sprache in sehr kurzer Zeit lernen- aber ohne es
zu merken. Da macht es noch Spass.
Bayern hat als fast einziges Bundesland die Gewohnheit den Lehrplan noch
im "Auswendiglernen " einzuprügeln. Warum?
Man denkt doch, das dieses Bundesland keine Einwohner hat, die auch etwas
"begreifen". Nein- sie können hier nur auswendig lernen.

Noch etwas fällt auf: Die Anzahl der wohlhabenden Kinder , die zum
Gymnasium gehen, ist weitaus höher als in den meisten anderen
Bundesländern. Woran liegt das?  Sind die Eltern so erzogen, daß sie
denken, das Kind soll schnell arbeiten, denn einen "Studenten kann man
nicht durchbringen"?
Ich frage mich auch warum seit der PISA Studie die Zahl der Privatschüler
in die Höhe schnellt.

Kann es sein, das unser Schulsystem doch nicht so gut ist. ??? Wieso
haben die Amerikaner, bei denen man ja behauptet, sie können kaum lesen
und schreiben, ein besseres Ergebnis als wir.? GESAMTSCHULEN! Dort (und
auch in fast keinem anderen Land) werden die Schüler nicht in die Kasten
der Haupt-, Real-, und Oberschulen eingeteilt...gleich nach einem
Notendurchschnitt wie an der UNI.
Vielleicht hatte der Schüler irgendwelche Problem zu
Hause...vorrübergehend vielleicht! Da kann der Notendurchschnitt schon
mal abrutschen. Was dann? Da ruft die Hauptschule.
Wenn ein Gymnasium hier nicht will ,dann werden auch hochbegabte Kinder
abgeschoben. Denn laut Schulpflicht und Gesetz, müssen wir alle zur
Schule.
Hat jemand einen Verbesserungsvorschlag?
Ja ein paar hätte ich:
als erstes sollten alle Lehrer im Angestelltenverhältnis arbeiten! Warum?
Wenn sie die Leistung nicht bringen, können auch sie
möglicherweise entlassen werden. Was das bringt? Es würde den Lehrern
helfen ihre alten und verknöcherten Methoden ständig auf dem neusten
Stand zu halten.
Ich selbst hatte einen Lehrer der schon kurz vor der Pension stand. Er
zeigte uns einmal wöchentlich im Erdkunde Unterricht seine
Kriegsverletzung...sein Lieblingsthema war Russland, denn dort hatte er
wohl den Krieg verbracht.

Man sollte mal über eine komplette Neuorientierung nachdenken und sich
die Beispiele anderer Länder anschauen.
Das würde helfen.....
Was denken Sie?

Barbara Mellon

 

(zurück zur Leserbrief-Titelseite)