Wir finden es schade, dass offensichtlich der Standpunkt von Herrn Ströber, der auch die Meinung der Stadtspitze wiederspiegelt, mit den Zielen des Bund Naturschutz zur Lebensqualität von Stadt und Umland so sehr auseinander geht. Ist es tatsächlich erstrebenswert für Familien, Baugrund zu scheinbar günstigen Preisen zu erwerben, wenn diese dann ein Leben lang hinter Schallschutzfenstern die Aussicht auf eine Schallschutzwand zu einer vielbefahrenen Verkehrsachse auf der einen und zum Lärmschutzwall an der Bahn auf der anderen Seite genießen dürfen? Die Abgase der vorbeirollenden LKWs und die Luftbelastung im Talkessel von Neumarkt dürften da nicht mehr stören, wenn man sich sowieso nicht all zu oft im Garten oder dem Balkon aufhalten kann. Es soll selbstverständlich jeder für sich selbst entscheiden, wie er leben möchte, aber ist dies die Qualität, die die Stadt ihren Bürgern bieten muss?

Es ist untragbar, wenn in Neumarkt versucht wird, den Bürgern vorzugaukeln, dass Größe und unendlicher Flächenverbrauch allein Arbeitsplätze und Weiterentwicklung bedeuten. Es sind uns in Neumarkt durch die Lage im Talkessel und die endlichen Trinkwasserreserven natürliche Grenzen gesetzt, die man nicht einfach ignorieren kann.

Der Bund Naturschutz setzt sich sehr wohl auch für die Weiterentwicklung ein, jedoch definieren wir die Weiterentwicklung über Lebensqualität und natürliches Wachstum. Wir setzten uns dafür ein, dass qualifizierte Arbeitsplätze mit intelligenten Lösungen geschaffen werden. Wir setzen uns dafür ein, dass in jeder Siedlung, in jedem Ortsteil soziale Zentren und Grünflächen geschaffen werden, die die Lebensqualität erhöhen. Wir setzten uns dafür ein, dass die wunderschöne Landschaft in Neumarkt, im gesamten Landkreis und darüber hinaus so respektiert wird, dass man sich hier insgesamt wohl fühlen kann. Wir setzen uns für Naherholung ein, so dass man sich zwangsweise nicht erst ins Flugzeug setzen muss, um dann irgendwo fern der Heimat Natur zu genießen. Für uns bedeutet Lebensqualität auch, sich am Abend nach der Arbeit, aufs Rad zu schwingen oder zu Fuß in kurzer Zeit draussen in der Natur zu sein und neue Kraft zu schöpfen.

Nicht nur unsere Mitglieder, so wie die Jüngsten in unseren Kindergruppen haben im Bund Naturschutz die Möglichkeit, bei verschiedenen Gelegenheiten die Schönheiten der Natur und die Einzigartigkeit unserer Heimat kennen und schätzen zu lernen. Auch viele andere Bürger haben bereits erkannt, dass Umweltschutz, Wohnen, Arbeiten und Freizeit sich nicht ausschließen, sondern mit gegenseitiger Rücksichtnahme sehr wohl verträglich zusammen gehören.

Wir bieten jedem an, sich bei uns zu informieren und sich mit uns über seine und unsere Standpunkte auszutauschen.

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